Wissensdatenbank rum um Airbrush.

Primer-Grundierung 1×1

Primer und Grundierung im Airbrush und Custompainting

Primer, die haftende Verbindung

Primer ist der englische Begriff für Grundierung. Oftmals sorgen diese zwei Begriffe für die erste Verwirrung. Hersteller und Anwender nutzen entweder Primer oder Grundierung als Bezeichnung, am Ende stehen beide Begriffe für ein und dasselbe.
Der Primer ist das Bindeglied zwischen dem blanken Untergrund und der aufzutragenden Farbe. Hierbei ist zu beachten, dass für den Untergrund die passende Grundierung gewählt werden muss. Ohne den passenden Primer bekommt der Untergrund nicht die benötigte Haftung, den die Farbe verlangt.

Primer ist nicht gleich Primer

Ein Primer für alles wäre die Ultimative Lösung. Der Markt folgt den Wünschen und bringt einen Universal Primer in den Handel, der für viele Untergründe verwendbar ist. Leider liegt hier wiederum der Teufel im Detail. Neben dem Universal Primer findet der Anwender noch Primer für Metall, Holz, Kunststoff, Styrophor, um die gängigsten zu nennen. Darüber hinaus gibt es spezial Primer für Alu, Zink, Glas, EPP und andere schwere Untergründe, die zum Teil auf 2 Komponenten basieren. Für diese Untergründe ist ein Universal Primer nicht immer zu empfehlen.

»Ich nutze immer Universal Primer und die Farbe hat bisher immer gehalten« war kürzlich die Antwort eines Anwenders beim Gespräch über Primer.

Für den ersten Augenblick mag es den Anschein haben, dass die Farben oder das Airbrush auf Universal Grundierung hält, wenn der Untergrund zum Beispiel aus Aluminium ist. Auf Dauer gesehen ist dem nicht so. Wird ein Untergrund keiner mechanischen Belastung ausgesetzt, so mag die Haftung ausreichen. Möchte der Airbrusher den Untergrund nicht ins Zimmer hängen, sondern nutzen, so wird das Airbrush auf Dauer nicht lange den Widrigkeiten, die es ausgesetzt ist, Stand halten. Die Aussage »Das Airbrush wird mit 2K Klarlack versiegelt« ist hier nichts sagend. Der aufgetragene Klarlack findet Haftung auf dem Airbrush, wenn dieses wiederum keine Haftung auf dem Untergrund hat, so besitzt der Klarlack im Endeffekt auf Dauer kein Halt.

Primer, wer die Wahl hat, hat die Qual

Es wäre zu einfach, wenn es Einfach wäre. Welchen Primer braucht es den am Ende?
Das zu verwendende Material entscheidet darüber, was für eine Grundierung nötig ist.

Teil I – Metall Primer. Grundierung für Metall Untergründe

Metall grundieren für Airbrush

In der Airbrush und Lackiertechnik finden zwei Metall Arten Verwendung. Unedles Metall und Buntmetall. Edelmetale wie Gold, Silber und Platin sind nicht vertreten.
Um die Frage zu klären, was für ein Primer nötig ist, frischen wir hier das Schulwissen etwas aus.
Unedle Metalle reagieren in Zusammenhang mit Sauerstoff und Wasser. Eisen oxidiert und bildet Rost. Aluminium und Zink passivieren und bilden eine korrosionsbeständige Oxidschicht. Eine Oxidation ist nicht mehr möglich. Die gängigste Version des unedlen Metalls ist Eisen. Meist in Form einer Motorhaube, Motorradtank oder andere KFZ Teile.
Für diese Art von Metall wird ein Handelsüblicher Metall Primer, oft auf 1 Komponenten Basis verwendet. Je nach Hersteller oder Sorte kann diese Grundierung verschiedene Farben besitzen. Weiß, Grau oder Rotbraun sind die gängigsten Farbtöne.

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1K Metall Primer von Montana. Bildquelle: Airbrush-Index

Montana Metallgrundierung, 400 ml Spraydose*. 1 Komponenten Metall Grundierung.

 

Aluminium und Zink lackieren, grundieren.

Aluminium und Zink, zählen zu den NE Metallen und benötigen einen speziellen Primer, der die Oxidationsschicht umgeht. Eine normale Metall Grundierung verliert an dieser Stelle die Haftung. Für Aluminium und Zink ist ein Epoxy Grundierer von Nöten. Epoxy Primer basieren auf Epoxidharz. Dieser ist als 1K oder 2K Variante verfügbar. An dieser Stelle scheiden sich wie so oft die Geister, ob ein 1 Komponenten Primer ausreicht oder ein 2 Komponenten Primer besser ist.

Mein Tipp: Wird der Untergrund einer hohen Belastung oder Witterung ausgesetzt und im Anschluss mit Nitrolack (Spraydosen) gearbeitet ist der 2 Komponenten Epoxy Primer unerlässlich.

 

Wie kann ich feststellen, ob mein Untergrund Eisen, Aluminium oder verzinktes Blech ist?

Motorhauben, Motorradtanks, Fender und Anbauteile sind aus Eisen.
Verzinktes Blech weißt eine charakteristische Struktur auf. Verzinktes Riffelblech zum Beispiel sollte jeder kennen. Als Airbrush Untergrund ist an dieser Stelle das Garagentor zu nennen.

Aluminium ist ein unedles Leichtmetall. Ein geringeres Gewicht ist einer der Unterschiede zu Eisen. Zum anderen ist Aluminium nicht magnetisch. Als Beispiel ist hier die Aluminiumverbundplatte zu nennen. Ein Magnet hält hier nicht.

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Aluminiumverbundplatte mit Butler finish. Bildquelle: Airbrush-Index

 

Buntmetall, das Nichteisenmetall.

Buntmetalle finden hin und wieder Verwendung in der Airbrush Technik. Ob gleich selten, gehört es an dieser Stelle erwähnt. Zu den Buntmetallen zählen unter anderem Kupfer, Zinn, Zink und Legierungen wie Messing und Bronze. Buntmetalle sowie Aluminium zählen zu den Nichtmetallen (NE), da der Hauptbestandteil nicht Eisen ist.
Für Buntmetall ist ebenfalls ein Primer auf Epoxydharz Basis nötig.

VA Stahl, der rostfreie Edelstahl.

VA Stahl ist eine spezielle Art von Stahl. Auf der einen Seite kein normales Metall, auf der anderen Seite kein Edelmetall. VA Stahl ist bekannt dafür, auf der einen Seite rostfrei, daher der Begriff »rostfreier Stahl« zu sein, auf der anderen Seite kostenintensiv. Die Eigenschaft Rostfrei erhält VA Stahl durch Zugabe von Chrom in der Herstellung. Chrom sorgt dafür, dass sich an der Oberfläche eine Passivschicht Chromoxid ähnlich wie bei Aluminium bildet. Durch Zugabe von Nickel, Mangan oder Niob lässt sich diese Eigenschaft verbessern.

Häufig im Haushalt verwendet wird VA Stahl bei Spühlen und Treppengeländer.

Es ist zwar nicht davon auszugehen, das ein Airbrush auf VA Stahl Platz findet, sollte dies der Fall sein, so ist hier ein 2K Epoxy Primer nötig.

 

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